Kauf von Kinderschuhen, Tipps für gesunde Füße

Kauf von Kinderschuhen, Tipps für gesunde Füße Foto: privat

Rund ums Kind

Wer so viel rennt, tobt und klettert wie Kinder, für den ist passendes Schuhwerk wichtig. Ungeeignete Schuhe sind der Hauptgrund dafür, dass Kinderfüße orthopädische Probleme bekommen.

 

 

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, weiß, welche Folgen zu enge, aber auch zu große Schuhe haben können und gibt Tipps rund um den Kauf von Kinderschuhen.

Ab wann sind Schuhe überhaupt notwendig?

Schuhe gibt es schon für die Kleinsten: Bereits ab einer Fußlänge von 8 cm – das entspricht der Schuhgröße 14 – können Eltern Schuhe kaufen. „Laufen lernen Kinder aber am besten ohne Schuhe. Denn das ist für die Füße am gesündesten“, so Dr. Wolfgang Reuter. Barfußlaufen kräftigt die Muskulatur in den Füßen und fördert gleichzeitig den Gleichgewichtssinn.

Welche Folgen gibt es bei nicht passenden Schuhen?

Wie Studien zeigen, tragen mehr als 60 Prozent aller Kinder Schuhe, die nicht richtig passen. Da das Gewebe und die Knochen von Kinderfüßen noch weich sind, können sie sich durch falsches Schuhwerk leider leicht verformen oder die Fußknochen wachsen in eine „Zwangsrichtung“. „Bis ein Fuß seine endgültige Form und Festigkeit hat, dauert es ungefähr 16 Jahre“, weiß Reuter. „Vorher können durch schlecht sitzende Schuhe schnell Fehlstellungen wie Senk-, Platt- oder Knick-Senk-Fuß entstehen.“ Ein Problem sind dabei nicht nur zu enge, sondern auch zu große Schuhe. Denn: Um zu große Schuhe nicht zu verlieren, krallen sich Kinder mit den Zehen fest. Die Folge können dann so genannte Krallenzehen, Haltungsschäden oder eine verspannte Muskulatur von den Füßen bis zum Rücken sein. Selbst wenn manche Fehlstellungen zwar zunächst keine Schwierigkeiten bereiten, können sie später zu Beschwerden führen.

Die richtige Größe finden

Woran merken Eltern, dass Schuhe nicht passen? „Blasen und Druckstellen weisen auf zu kleine oder zu enge Schuhe hin“, so Reuter. „Stolpert ein Kind häufig über seine eigenen Füße oder hat verkrampfte Zehen, kann das auf zu weite oder zu große Schuhe hindeuten.“ 

Kinder bis zu etwa zehn Jahren können nicht selbst einschätzen, ob ihnen Schuhe passen oder nicht. Grundsätzlich gilt für Eltern: Der Schuh sitzt gut, wenn vorne noch etwas Luft ist. Dieser Puffer sollte mindestens 12 und maximal 17 Millimeter sein. Das entspricht der durchschnittlichen Breite der Daumen von Erwachsenen. „Kinder ziehen durch den Druck reflexartig die Zehen ein. Daher empfiehlt es sich, die andere Hand quer über den Fuß und die Zehen zu legen“, rät der Gesundheitsexperte. Lässt sich die Sohle des Modells herausnehmen, ist der Test einfacher.

Dann kann sich der Nachwuchs etwa einen Zentimeter vom hinteren Rand entfernt darauf stellen. Ist vorne der Puffer frei, sind die Schuhe passend. Helfen kann es auch, eine Schablone vorzubereiten. Dafür stellt sich das Kind auf ein Stück Karton, die Eltern zeichnen den Fuß nach und geben vorne 17 Millimeter dazu. Lässt sich die ausgeschnittene Schablone leicht in einen Schuh legen, ist das ein gutes Zeichen. Sie sollte flach auf dem Fußbett aufliegen und sich nicht nach oben biegen. Auch sollten rechts und links keine großen Freiräume zu sehen sein. „Wichtig ist, eine Schablone von beiden Füßen zu machen. Denn unterscheiden sich die Füße auch nur minimal in der Größe, ist der größere entscheidend“, weiß Reuter.

Auch eine Beratung im Fachhandel kann helfen. Dort werden die Füße der Kleinen professionell ausgemessen.
Gute Kinderschuhe gibt es meistens in den Modellen „Weit“, „Mittel“ und auch „Schmal“. Neben der passenden Größe ist wichtig, dass der Schuh weich und flexibel ist. Eltern können das herausfinden, indem sie den Schuh in die Hand nehmen und versuchen, ihn zu kneten und zusammenzudrücken.

Größe regelmäßig prüfen

„Kinderfüße wachsen enorm schnell: Im Alter von ein bis drei Jahren etwa 1,5 Millimeter pro Monat, von drei bis sechs Jahren ungefähr 1 Millimeter“, weiß der DKV-Experte. Er rät, die Füße auf Druckstellen, Rötungen oder Hornhaut zu untersuchen. Treten solche Symptome auf, sollten Eltern passende Schuhe nachkaufen.


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