VPN einfachst erklärt • So funktioniert ein Virtual Private Network

VPN-Server werden von verschiedenen Anbietern gegen Gebühr zur Verfügung gestellt. Foto: wirin

Technik

von Holger Podszun - Fast alle Mitarbeiter, die während der Coronazeit ganz oder teilweise im Homeoffice gesessen haben, kennen es mittlerweile: das VPN – das „Virtual Private Network“, wie es auf englisch heißt. Oder auf deutsch: virtuelles, nicht öffentliches Netzwerk. Eingerichtet hat‘s bei Ihnen vermutlich der Kollege aus der EDV;

und das ist auch der Grund, warum die meisten Benutzer eines solchen Netzwerkes gar nicht so genau wissen, wie es funktioniert. Die einfachste Antwort darauf ist: wie ein Verlängerungskabel.

VPN einfachst erklärt

Stellen Sie sich vor, sie sitzen im Homeoffice vor Ihrem Computer. Sie möchten etwas arbeiten und müssen sich dafür mit dem Firmennetzwerk Ihres Arbeitgebers verbinden. Sie überlegen: Der einfachste Weg (und tatsächlich auch einzig mögliche) dafür wäre, ein Netzwerkkabel zur Hand zu nehmen, das eine Ende ins Firmennetzwerk zu stöpseln und das andere Ende in Ihren Computer. Das geht aber leider nicht, weil sie dummerweise kein genügend langes Kabel zur Hand haben. Sie brauchen also ein Verlängerungskabel. Ein wirklich sehr, sehr langes. Und wer hat jede Menge genügend lange Kabel, die alle Computer auf der ganzen Welt miteinander verbinden können? Richtig: das Internet.

Technisch ist es eine Kleinigkeit, das Firmennetzwerk und Ihren Computer (beziehungsweise Ihren Router) über das Internet miteinander zu verbinden. In der Praxis haben Sie damit aber das Problem, das nun alle Welt mitlesen kann, was sie das so alles an Daten mit Ihrer Firma austauschen.

Dieses Problem lösen Sie, indem Sie auf Ihrem Computer und im Firmennetzwerk jeweils eine Software installieren, die den Datenverkehr in beide Richtungen verschlüsselt, abhörsicher macht und vor Zugriffen Dritter schützt. Auf Ihrem Homeoffice-Computer wird dieses Programm als „VPN-Client“, das Gegenstück im Firmennetzwerk als „VPN-Gateway“ bezeichnet.

Der Nutzer hat jetzt im Homeoffice den Eindruck (und kann exakt so arbeiten), als sei sein Computer ein fest verbundener Teil des Firmennetzwerkes. Da Computer und Firmennetzwerk nicht wie in der Firma direkt miteinander, sondern nur über das Internet verbunden sind, spricht man in diesem Fall aber von einem „virtuellen“ Netzwerk. Als „private“ – „nicht öffentlich“ – wird es bezeichnet, weil der Datenverkehr verschlüsselt ist und Außenstehende keinen Zugriff darauf haben.

Absolut anonym surfen mit VPN

Die zweite Variante, ein „Virtual Private Network“ zu nutzen, funktioniert ganz genau wie die erste, nur dass Sie sich über das Internet nicht mit einem Firmennetzwerk verbinden, sondern mit einem VPN-Server. Dieser wiederum kann dann die Verbindung zum Beispiel zu einem Firmennetzwerk herstellen.

VPN-Server werden von verschiedenen Anbietern gegen Gebühr zur Verfügung gestellt; es gibt auch kostenlose Anbieter mit dann allerdings eingeschränkten Funktionen.

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Auch hier verbinden Sie sich über einen auf Ihrem Computer installierten VPN-Clienten mit dem VPN-Server. Und auch bei dieser Verbindung wird sämtlicher Datenverkehr verschlüsselt.
Durch die Nutzung eines VPN-Servers ergeben sich insbesondere für private Nutzer eine Reihe von Vorteilen:

  • Da Sie sich beim Surfen nicht direkt mit dem Internet, sondern mit Umweg über den VPN-Server verbinden (und noch dazu verschlüsselt), sind Sie absolut anonym unterwegs: Sichtbar ist im Internet die IP-Adresse des VPN-Servers, nicht aber ihre eigene. Es ist unmöglich, Ihre Aktivitäten im Internet zu verfolgen und Ihrer eigenen IP-Adresse zuzuordnen.
  • VPN-Anbieter unterhalten in der Regel zahlreiche Server in unterschiedlichen Ländern. Damit lassen sich sogenannte Geo-Sperren umgehen, wenn etwa Streaming-Dienste Filme oder Inhalte nur in bestimmten Ländern zur Verfügung stellen. Sie verbinden sich einfach mit einem VPN-Server in einem Land, in dem diese Inhalte freigegeben sind und können nun darauf zugreifen.
  • Mit VPN-Servern lassen sich Sperren umgehen, die von repressiven Staaten im Internet eingerichtet werden. So sind zum Beispiel in Russland zahlreiche Internetdienste nicht mehr erreichbar: Gesperrt wurden von der Regierung unter anderem Twitter, facebook, der Amazon Web Service, Microsoft Azure, die Google Cloud und viele weitere. Aber auch die Adressen tausender, privater Webseiten und Blogs mit regierungskritischen Inhalten sind in Russland gesperrt. Diese Sperren lassen sich umgehen, wenn man von Russland aus über einen im Ausland stationierten VPN-Server auf diese Dienste und Inhalte zugreift.
  • Loggen Sie sich in einem öffentlich zugänglichen WLAN-Netz zum Beispiel mit Ihrem Handy oder Notebook ein, kann Ihr kompletter Datenverkehr von Dritten mitgelesen werden. Verbinden Sie sich aber über ein VPN mit dem WLAN-Netz, sind Ihre Daten verschlüsselt und für Dritte nicht mehr lesbar. Für Nutzer, die regelmäßig mit Handy, Tablet oder Notebook in öffentlichen, ungesicherten Netzen unterwegs sind und dort auch sensible Daten tauschen, ist die Installation eines VPN ein absolutes Muss.

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