Daten: In unserer zunehmend digitalisierten Welt sind sie allgegenwärtig. Gebündelt und gesammelt werden sie an ganz unterschiedlichen Stellen und nicht immer sind wir uns dessen so richtig bewusst. Von Smart Cities bis hin zu modernen Autos – überall hinterlassen wir digitale Spuren.
Moderne Technologien sammeln und verarbeiten Daten, um unser Leben komfortabler und sicherer zu gestalten. Doch welche Daten werden tatsächlich erfasst und wie gehen die Unternehmen und Hersteller damit um?
Datenquellen im digitalen Alltag
Unsere Internetnutzung ist eine der bedeutendsten Quellen für die Datensammlung. Bei der Nutzung von sozialen Medien, Streaming-Diensten und E-Mail-Kommunikation werden kontinuierlich Daten gesammelt.
Leider gibt es dabei auch unlautere Methoden, mit denen Daten von Verbrauchern gezielt "gephisht" werden:
- Phishing-E-Mails: Dies sind gefälschte E-Mails, die wie Nachrichten von vertrauenswürdigen Quellen aussehen. Diese E-Mails enthalten oft Links zu gefälschten Websites, auf denen Benutzer aufgefordert werden, ihre persönlichen Daten einzugeben.
- Spear-Phishing: Hierbei handelt es sich um eine gezielte Form des Phishings, bei der Betrüger spezifische Personen oder Organisationen ansprechen. Sie nutzen personalisierte Informationen, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
- Smishing: Diese Methode funktioniert ähnlich wie Phishing, aber über SMS-Nachrichten. Benutzer werden aufgefordert, auf einen Link zu klicken oder eine Telefonnummer anzurufen, um ihre Daten preiszugeben.
- Vishing: Dabei rufen Betrüger direkt an und geben sich als Mitarbeiter von Banken oder anderen vertrauenswürdigen Institutionen aus, um sensible Informationen zu erhalten.
- Gefälschte Websites: Diese Websites sehen echten Websites sehr ähnlich und fordern Benutzer auf, ihre Daten einzugeben.
Aber auch “normal” gesammelte Daten erfordern klare Richtlinien für den korrekten Umgang und Verbraucherschutz. Daher fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband einen staatlich beauftragten Datentreuhänder. Dieser könnte das Management der Daten übernehmen und deren Sicherheit gewährleisten. Dies wurde auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung versprochen, doch konkrete Entwicklungen in diese Richtung fehlen bislang.
Online gesammelte Daten umfassen oft unsere Interessen, Kommunikationsmuster und Vorlieben.
Ein typisches Beispiel ist das Freizeitverhalten – von Online-Shopping über das Buchen von Reisen bis hin zu Sportwetten. Bei Sportwetten werden nicht nur finanzielle Daten erfasst, sondern auch Vorlieben und Verhaltensmuster der Nutzer und das Wettverhalten soll kontrolliert werden. Sportwetten ohne Sperrdatei existieren allerdings auch. Hierbei umgehen die Nutzer diese Art der Kontrolle. Zur EM 2024 ist nicht nur das Thema Sportwetten aktuell - was vielleicht nicht jedem klar ist: die modernen Stadien, in denen die Spiele stattfinden, sammeln ebenfalls erhebliche Mengen an Daten. Dies dient vor allem dem Schutz der Besucher und soll helfen, die Sicherheit der Veranstaltungen zu erhöhen.
Datenerhebung bei Großveranstaltungen
Bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen in heutigen Stadien werden umfangreiche Daten gesammelt. Diese Wunderwerke moderner Architektur sind oft mit hochentwickelter Technik ausgestattet, die Daten zur Sicherheit und Organisation der Veranstaltung erfasst. Beispielsweise werden Eintrittsdaten, Sitzplatzinformationen und sogar Bewegungsprofile der Besucher gesammelt. Durch den Einsatz von Überwachungskameras und Gesichtserkennungstechnologien können Veranstalter die Sicherheit der Zuschauer gewährleisten und Risiken frühzeitig erkennen.
Außerdem nutzen Veranstalter diese Daten, um das Erlebnis der Besucher zu verbessern. Analysen von Besucherverhalten können helfen, Serviceangebote zu optimieren, Warteschlangen zu minimieren und gezielte Marketingaktionen durchzuführen. Solche Daten umfassen oft auch demografische Informationen, Einkaufsverhalten und Reaktionen auf bestimmte Events innerhalb der Veranstaltung.
Welche Daten Autos über uns sammeln
Die fortschrittlichen Technologien, die heute in Personenkraftwagen zum Einsatz kommen haben es in sich, auch sie sind dazu in der Lage, umfangreiche Daten zu sammeln. Laut einer aktuellen Studie der Mozilla Foundation erfassen Fahrzeuge von 25 Herstellern nicht nur technische Daten, sondern auch persönliche Informationen der Insassen. Dazu gehören Gesundheitsdaten wie Gewicht, Verhaltensdaten wie Fahrgewohnheiten und sogar Informationen über religiöse Überzeugungen. Durch GPS-Daten kann beispielsweise nachvollzogen werden, wo man häufig parkt, etwa in der Nähe von Kirchen oder Arztpraxen.
Diese Datensammlung dient in erster Linie dazu, das Fahren zu erleichtern und sicherer zu machen, allerdings ist schnell ersichtlich, dass auch andere Verwendungsmöglichkeiten denkbar sind. Die vor allem in Niedersachsen mit Osnabrück und anderen Standorten stark vertretene Volkswagen AG bezieht in einer Datenschutzerklärung Stellung, in der es unter anderem heißt:
“Im Fahrzeug sind elektronische Steuergeräte verbaut. Steuergeräte verarbeiten Daten, die sie zum Beispiel von Fahrzeug-Sensoren empfangen, selbst generieren oder untereinander austauschen. Einige Steuergeräte sind für das sichere Funktionieren des Fahrzeugs erforderlich, weitere unterstützen Sie beim Fahren (Fahrassistenzsysteme), andere ermöglichen Komfort- oder Infotainment-Funktionen. Das Fahrzeug verfügt außerdem über eine oder mehrere Verbindungseinheiten, in denen eine SIM-Karte verbaut ist und die es ermöglichen, das Fahrzeug online zu nutzen. Dadurch können Daten zu bestimmten Zwecken aus dem Fahrzeug gesendet werden. Daneben ist das Fahrzeug mit einer On-Board-Diagnose Schnittstelle ausgestattet, die das Auslesen von Daten aus den Steuergeräten bspw. durch Werkstätten ermöglicht.”
Bei anderen Herstellern gibt es noch weitere Möglichkeiten. Ein Beispiel ist der sogenannte Wächtermodus bei Tesla-Fahrzeugen, der die Umgebung des Autos filmt. Nach Druck von Datenschützern wurden Verbesserungen vorgenommen, doch bleibt der Fahrzeughalter weiterhin datenschutzrechtlich verantwortlich.
Fazit
Moderne Technologien und vernetzte Systeme bieten viele Vorteile und Annehmlichkeiten. Sie sammeln Daten, um unser Leben komfortabler und sicherer zu gestalten.Um sicherzustellen, dass der Datenschutz dabei nicht vernachlässigt wird, ist der Verbraucherschutz gefordert, mit den neuen Möglichkeiten Schritt zu halten. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten und Transparenz kann das Vertrauen der Verbraucher in die digitalen Technologien langfristig erhalten.


