Rheiner Gastronomie fordert Perspektiven

Wann wird man dieses Bild wieder sehen? Foto: Archiv EWG

Wirtschaft

Rheine. Die Gesamtlage „Corona“ scheint sich zu verbessern; rückläufige Infektionszahlen und Impfstoffe geben Hoffnung. Ungewiss bleibt das Thema Mutationen. Was eindeutig fehlt, ist jedoch eine Perspektive für die Gastronomie.

Lockdown, staatliche Hilfen, Unterstützungsmöglichkeiten und Digitalisierung standen auf der Agenda einer weiteren Videokonferenz, zu der die EWG für Rheine mbH die Akteure aus Rheine eingeladen hatte.

Renate Dölling, DEHOGA-Geschäftsstellenbereich Münsterland, berichtete von erheblichen Liquiditätsproblemen bei Betrieben – auch in Rheine. Die November- und Dezember-Hilfen seien noch nicht oder nur in geringem Umfang angekommen und Unterstützungen – wie die Erweiterung der Außengastronomieflächen und das Erlassen der Sondernutzungsgebühren – seien auch im Jahr 2021 zwingend erforderlich. Die Hoffnung bleibe, dass die Betriebe im März wieder öffnen dürften.
Im Hinblick auf die Unterstützung vor Ort informierte Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann, dass die Verwaltung auch für 2021 eine Gebührenbefreiung für die Gastro­nomie favorisiere; eine Entscheidung werde hier aber der Rat im März treffen. Auch das Konzept zur Belebung des Marktplatzes werde schon intensiv mit den Beteiligten beraten. Ziel sei es, den gastronomischen Treffpunkt „Marktplatz“ weiter zu stärken und die guten Erfahrungen aus dem letzten Sommer auch für die künftige Nutzung durch die Gastronomie zu nutzen.

Die Gastronomen und Hoteliers Christian Lücke und Michael Hopster verdeut­lichten die sehr angespannte Lage: „Einige Familienfeste und Hochzeiten, die im Jahr 2020 auf das Jahr 2021 verschoben wurden, werden jetzt komplett abgesagt. Das ist ein großes Problem für uns. Auch der ganze Business-Bereich ist weggebrochen.“ Gefordert werde eine konkrete Öffnungsperspektive, bei der den Akteuren sehr wohl bewusst sei, dass es nur ein „Hochfahren in langsamen Schritten“ geben werde. „Aber das Ostergeschäft wäre schon sehr wichtig“, betonten die Gastronomen.

Birgit Rudolph, Geschäftsführerin des RTV Rheine, teilte mit, dass zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht abgesehen werden könne, ob Großveranstaltungen in 2021 durchgeführt werden könnten. Derzeit seien daher neue Konzepte und Veranstaltungsformate ohne große Menschenansammlungen in Planung. Zudem sei das RTV-Team dabei, neue Radpauschalen zu entwickeln, von denen Gastronomie und Hotellerie profitieren sollen, sobald dieses coronabedingt wieder möglich sei. „Einige weitere Projekte, wie etwa die ,Rheiner Lokalrunde‘ oder ,Laufend Appetit‘, haben wir bereits auf den Weg gebracht und Weiteres ist bereits in der Planung.“

Um zukunftsgerichtet die Gastronomie am Standort Rheine zu fördern, stand auch das Thema „Digitalisierung“ im Fokus des Austausches. EWG-Geschäftsführer Ingo Niehaus präsentierte der Runde eine erste Förderidee: „Mit einem kleinen, aber feinen Förderprogramm wollen wir die Gastronomen vor Ort dabei unterstützen, Online-Bestellungen einzurichten. Mit einem Starter-Paket inklusive Dienstleistung wird die Installation und Inbetriebnahme von professioneller Seite unterstützt. Die konkrete Ausgestaltung des Förderprogramms wird in den kommenden Wochen erfolgen und veröffentlicht.“

Abschließend wies die EWG daraufhin, dass auf rheine-bringts.de die Rubrik „Für Hungrige“ weiterentwickelt wurde und nun direkt sichtbar ist, ob eine Abholung, Lieferung oder Online-Bestellung bei den jeweiligen Gastronomen möglich ist.


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