Digitalisierung beeinflusst Apotheken-Alltag

Welche Medikamente sind vorrätig? Was muss nachbestellt werden? Auch logistische Aufgaben spielen in der Apotheke eine wichtige Rolle. Foto: DJD/Linda/Getty Images/ferrantraite

Wirtschaft

(DJD). Apotheken sind echte Allrounder: Von Einkauf und Medikamentenausgabe über Lagerhaltung und Kundenberatung bis hin zur Digitalisierung – der Betrieb läuft nur dank eines eingespielten Teams mit unterschiedlichen Qualifikationen.

„Da gibt es zum einen natürlich immer den Apotheker, der ein Studium der Pharmazie absolviert hat“, erklärt Linda Apotheker Jan Simons aus Gummersbach. Dazu kommen Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTAs), Kaufmännisch-technische Assistenten (PKAs) und Boten. Sie alle arbeiten Hand in Hand für einen guten Gesundheitsservice am Kunden.

Das E-Rezept vereinfacht die meisten Abläufe

Dabei hat sich durch die Digitalisierung in den letzten Jahren vieles in den Apotheken verändert. „Das E-Rezept vereinfacht die meisten Abläufe, vermeidet Zettelwirtschaft und schafft so mehr Zeit für Patientinnen und Patienten“, so Simons. Änderungen eines Rezeptes, weil zum Beispiel ein Arzneimittel nicht lieferbar ist oder der Arzt das Rezept falsch ausgestellt hat, verbrauchen dann allerdings doch mehr Zeit, da man auf einen neuen Datensatz angewiesen ist.

Hinzu kommen weitere digitale Lösungen wie KI-gestützte Chat-Bots, die Anrufe entgegennehmen. Anfragen nach Öffnungszeiten, Lieferbarkeit oder Botendiensten können durch die künstliche Intelligenz bearbeitet werden. „Das entlastet die Mitarbeiten, sodass diese wieder Kapazitäten für vorrangige Aufgaben haben“, sagt der Apotheker. Trotzdem bleibe auch die persönliche Beratung am Telefon wichtig ist, da viele Menschen darauf angewiesen seien. „Pharmazeutische Beratung durch KI sehe ich noch etwas skeptisch, da der Inhaber ja für die Beratung haftbar ist. Es bleibt die Frage, wer haftet für eine falsche oder unvollständige KI-Beratung?“, meint Simons.

Dennoch ist das Thema seiner Meinung nach wichtig, da es dem Mitarbeiterschwund in Apotheken entgegenwirken kann. Denn hier wird händeringend gesucht. Unter jobfinder.linda.de beispielsweise gibt es ein Portal, auf dem sich deutschlandweit Linda Apotheken präsentieren, die Bedarf an Personal haben. Für die Zukunft sieht der Fachmann viel Potential in der Digitalisierung: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Prozesse wie Arzneimittelengpassverwaltung, Lagerbestandskontrolle, Rezeptprüfung und reine Dokumentationsarbeiten in Zukunft von einer KI gesteuert und übernommen werden.“

Ein weiterer Vorteil läge in einer besseren und qualitativ höherwertigen Beratung von Patienten vor Ort. Durch die schnelle Analyse von Gesundheitsdaten und Informationen vom Arzt kann die Therapie so individueller erfolgen.


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