Wie schießt man eine Bananenflanke?

Auf der Grafik dreht sich der Ball schnell im Uhrzeigersinn und reißt dabei an seiner Oberfläche Luft mit sich. Die dünnen Linien stellen die anströmende Luft dar. Dort wo sie an der linken Seite dichter zusammen liegen, bewegt sich die Luft schneller, dadurch ist hier der Luftdruck geringer und es entsteht ein Sog, der den Ball in die Richtung des Pfeiles nach links zieht. Auf der anderen Seite ist der Druck höher, sodass der Ball ebenfalls nach links gedrückt wird. Quelle: wikipedia

Die Fußball-Weltmeis­terschaft beginnt in der nächsten Woche und da wird man sie wieder in vielen Spielen bewundern können: die Bananenflanke.

Was eine Flanke ist, das wisst ihr: Ein Spieler schießt den Ball in einem hohen Bogen vom Rand des Spielfeldes zu einem Mitspieler, der im gegnerischen Strafraum steht. Im besten Fall nimmt dieser den Ball an und verwandelt ihn zu einem Tor.

Eine Bananenflanke ist im Grunde genau das Gleiche – nur dass der Ball nicht in einer geraden Linie von Spieler zu Spieler fliegt, sondern in einer seitlich gekrümmten Flugbahn – krumm wie eine Banane also.
Für die Gegenspieler und besonders für den Torwart ist nur sehr schwer abzuschätzen, wo solche Bälle landen werden.

Erfinder der Bananenflanke ist der brasilianische Fußballer Arthur Friedenreich. Der Fußballer, der übrigens einen deutschen Vater hatte, lebte von 1892 bis 1969 und gilt bis heute als einer der bes­ten Fußballspieler aller Zeiten. Die Brasilianer haben ihm seinerzeit den Spitznamen „Goldfuß“ gegeben – nicht zuletzt wegen seiner legendären Bananenflanken.
In Deutschland wurde der Fußballer Manfred Kaltz vom HSV in den 1980er Jahren für seine Bananenflanken berühmt.

Es ist tatsächlich ganz schön schwer, eine Bananenflanke zielsicher zu „schlagen“. Der Spieler muss dabei den Ball mit einem Teil seines Fußes treffen, der zwischen der Innenseite und dem Fußrücken, dem so genannten Spann oder Rist, liegt. Dadurch, dass der Ball nun nicht frontal mit dem Fuß getroffen wird, sondern von seitlich-unten, gerät der Ball beim Schuss in eine Drehung. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Spieler den Ball nicht nur auf mindestens 100 Kilometer in der Stunde beschleunigen muss –der Ball muss sich auch noch mindestens acht Mal in der Sekunde um die eigene, senkrechte Achse drehen. Nur wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, kann der Ball eine deutlich krumme Flugbahn beschreiben.

Verantwortlich für das seitliche Abdriften des Balles ist der so genannte „Magnus-Effekt“. Dieser physikalische Effekt ist nach seinem Entdecker Heinrich Gus­tav Magnus benannt, der im Jahr 1852 als erster eine Erklärung für die seitliche Abweichung sich drehender, runder Körper in einer Luft- oder Wasserströmung abliefern konnte. Der Effekt beruht darauf, dass an der Oberfläche des Balles bei Luft in Richtung der Drehung mitgerissen wird. Bei einem Fußball wird das durch die raue Oberfläche und die Nähte noch zusätzlich unterstützt.

Beim Flug des Balles trifft nun die mitgerissene Luft auf die entgegenkommende, anströmende Luft. Da sich die Luft vereinfacht gesagt auf dieser Seite nun etwas staut, entsteht hier ein Überdruck, der den Ball zur Seite wegdrückt.
Zugleich bewegt sich die gegenüberliegende Seite des Balles in die gleiche Richtung wie die entgegenkommende, anströmende Luft. Dadurch muss die Luft hier schneller am Ball vorbeiströmen und es entsteht auf dieser Seite ein Unterdruck, der den Ball zu sich hinsaugt.

Beide Kräfte, Druck auf der einen und Unterdruck auf der anderen Seite, wirken in die gleiche Richtung und lenken den Ball zur Seite ab, sodass er einen Bogen beschreibt.