Wie groß ist unser Sonnensystem?

Grafik: NASA

(hp). Aus acht Planeten und natürlich unserer Sonne besteht unser Sonnensystem. Die Namen der Planeten lauten von der Sonne aus gezählt: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die Erde zum Beispiel ist 149,6 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Das ist allerdings ein Durchschnittswert, da die Erde nicht auf einer exakten Kreisbahn um die Sonne zieht, sondern auf einer ovalen Bahn in Form einer Ellipse. Bei ihrer größten Annäherung ist die Erde daher rund 147,1 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und bei ihrem größten Abstand etwa 152,1 Millionen Kilometer.

Diesen durchschnittlichen Abstand der Erde zur Sonne von 149,6 Millionen Kilometern bezeichnen die Astronomen auch als 1 Astronomische Einheit – abgekürzt: AE.
Die Astronomische Einheit zu verwenden, hat für die Astronomen den gewaltigen Vorteil, dass sie nun nicht mehr in zehn-, elf-, zwölf- oder dreizehnstelligen Kilometerzahlen rechnen müssen, wenn sie die Abstände im Sonnensys­tem beschreiben oder vergleichen.

Wenn man zum Beispiel erklärt, dass der Planet Merkur etwa 0,4 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt ist, weiß man gleich, dass sein Abstand zur Sonne weniger als halb so groß ist wie der Abstand der Erde zur Sonne.
Der Mars zum Beispiel ist etwas mehr als 1,5 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt – und auch jetzt kann man sich dank der Einheit AE viel besser vorstellen, wo Merkur, Erde und Mars ihre Plätze auf ihren Umlaufbahnen um die Sonne haben.

Auch wie gewaltig groß unser Sonnensystem ist, kann man sich viel besser vorstellen, wenn man weiß, dass der Planet Neptun gewaltige 30 AE von der Sonne entfernt ist.
Aber auch jenseits der Bahn Neptuns, des am weitesten von der Sonne entfernten Planeten, endet unser Sonnensys­tem noch nicht. Denn in einem Abstand von rund 40 AE zieht zum Beispiel der Zwergplanet Pluto seine Bahn.
Trotzdem Pluto wirklich klein im Vergleich zu allen anderen Planeten ist (er ist viel kleiner als der Erdmond), galt lange Zeit er und nicht Neptun als der äußerste der Planeten.
Mit immer besseren Fernrohren entdeckten die Wissenschaftler im Laufe der Jahre aber immer mehr Himmelskörper, die wie Pluto jenseits der Umlaufbahn des Neptun ihre Kreise ziehen und auch ähnlich groß (oder besser: klein) sind. Diese Himmelskörper werden als „Zwergplaneten“ bezeichnet; und zu diesen wird seit dem Jahr 2006 nun auch Pluto gerechnet. Die Region in der Pluto und andere vergleichbare Zwergplaneten kreisen wie zum Beispiel Haumea (43 AE von der Sonne entfernt), Makemake (46 AE entfernt) oder Eris (68 AE), nennt man „Kuipergürtel“. In diesem Bereich umkreisen außer diesen Zwergplaneten mehr als 70.000 weitere Himmelskörper mit einem Durchmesser von mehr als 100 Kilometern die Sonne – und dazu noch zahllose kleinere Objekte.

Aber auch hier endet das Sonnensystem noch nicht: Jenseits des Kuipergürtels ab einer Entfernung von etwa 10.000 AE beginnt die „Oort‘sche Wolke“. Während Planeten und Kuipergürtel die Sonne alle in der ungefähr gleichen Ebene umkreisen, fast wie auf einer Scheibe, umgibt die Oort‘sche Wolke unser Sonnensys­tem wie eine Schale. In dieser Wolke ziehen zahllose Körper aus Staub, Gestein und Eis ihre Bahnen um die Sonne. Sie stammen aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, als unser Sonnensystem entstand, und sind bei der Bildung der Planeten übrig geblieben.

Diese Wolke erstreckt sich bis in eine Entfernung von 100.000 AE hinaus ins All – und hier erreichen wir dann tatsächlich die Grenze unseres Sonnensystems.