Sensibel für Ungerechtigkeit

Spielerisch wurden mit dem Fair Mobil kooperative Fähigkeiten erprobt.Foto: privat

Greven

Greven. „Jonas, mehr links! Jetzt das rechte Bein!“ Eine Sechstklässlerin gibt lautstark Anweisungen und so gelingt es ihr, das Team sicher auf drei überdimensionalen Skiern durch die Gymnastikhalle zu lotsen. An einer anderen Station versuchen fünf Schüler, ihre Mitschülerin auf einem großen Holzdreieck mit Hilfe von fünf Seilen aufrecht zu halten. Das klappt aber nur, wenn alle gleichzeitig agieren und aufeinander hören.

Das Fair Mobil vom Münsteraner Arbeitskreis für Soziale Bildung und Beratung (asb) war an insgesamt drei Tagen zu Gast am Augustinianum. Motto der Veranstaltung war für die Jahrgangsstufe 6 „Faires Miteinander“. In Gruppen wurden mit den Schülern Wahrnehmungs- und Diskussionsübungen sowie Erlebnisspiele durchgeführt, die ihnen die Möglichkeit boten, gemeinsam Aspekte positiven sozialen Verhaltens zu erleben. Sensibilisierung für Gewalt und Konflikte im Schulalltag, Förderung von Kooperation sowie Aggressions- und Spannungsabbau standen als Ziele dabei im Vordergrund. Spielerisch in der Bewältigung gestellter Aufgaben, in kurzen Diskussionen oder im Rahmen erlebnispädagogischer Elemente tauschten sie unterschiedliche Werthaltungen aus, entwickelten alternative Handlungsideen oder erprobten aktiv kooperative Fähigkeiten. In dem maßgeschneiderten Erlebnisparcours setzten sich die Kinder auch mit aktuellen Themen wie den Gefahren der neuen Medien auseinander. Spielerisch erprobten sie ihr Wissen rund um heikle Themen wie zum Beispiel Cybermobbing, Datensicherheit, Anonymität und den fairen Umgang miteinander in der virtuellen Welt. Diese Themen nehmen auch in diesem Jahr mehr Raum ein, da gerade hier ein achtsamer und angemessener Umgang gefördert werden muss.

Unterstützt wurden die Klassen dabei gemäß der Idee der „Peergroupeducation“ von freiwilligen Schülerhelfern aus der Q1, die ihr theoretisches pädagogisches Wissen in der Praxis erprobten und ihre Zeit für die Durchführung, Vor- und Nachbereitung einsetzten. Viele von ihnen hatten als Sechstklässler selbst an dem Projekttag teilgenommen.
Der Projekttag FairMobil versteht sich als ein Baustein im Rahmen des „Roten Fadens“ rund um das Soziale Lernen, der die gesamte Schulzeit am Augustinianum durchzieht. So erfolgte im Anschluss an den Stationenparcours eine Auswertung sowohl im Klassenverband als auch mit den Lehrern. Die Übertragung der Eindrücke und Erlebnisse in den Unterricht liegt nun in der Hand der Klassen, die in ihren wöchentlichen Klassenstunden viel Raum dafür erhalten. Sich weiter wohlfühlen zu können ist für alle aber Ansporn genug. „Denn nur wer sich wohlfühlt, kann auch gut lernen“, betont Julia Al-Sibai, die das Projekt koordiniert und am Augustinianum die Ansprechpartnerin für die Förderung des Sozialen Lernens ist.

„Schule anders erleben“ – das ist der Anspruch des Gesamt-Projektes „Stark im MiteinanderN“, das partnerschaftlich von der Westfälischen Provinzial Versicherung, dem Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe, der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Münster sowie dem asb – arbeitskreis soziale bildung und beratung e.V. – entwickelt wurde. Den Einsatz des breiten Programms am Augustinianum hat das finanzielle Engagement der Fiege-Stiftung rund um das Soziale Lernen ermöglicht.