Fälle von Sextortion - Erpressungen mit intimen Fotos

Foto: privat

Überregional

"Wow! Wer ist das denn?" - denken sich wahrscheinlich immer wieder auch Männer im Kreis Steinfurt, die zum Beispiel per Facebook oder Instagram eine Nachricht oder eine Freundschaftsanfrage von einer unbekannten, attraktiven Frau bekommen. Die Neugier bringt dann viele dazu, sich mit der Frau in Verbindung zu setzen. Die Neugier steigt während des Nachrichtenaustauschs.

Schließlich verabredet man sich zum Videochat. Das ist für die Männer meist der schöne Anfang einer sehr unschönen Geschichte.

Nach dem Chat wird Geld gefordert

Oftmals sind die Frauen während des Chats leicht bekleidet oder ziehen sich vor der Kamera aus. Dann bitten sie den Mann, dies auch zu tun. Sind die letzten Hüllen gefallen, wird der Videochat schnell beendet und es gibt eine neue Nachricht: "Wenn Du nicht willst, dass ich das Video von Dir an alle Deine Freunde schicke, dann zahle mir sofort Geld." Dabei geht es um Forderungen von dreistelligen bis hin zu fünfstelligen Eurobeträgen. Zwar trifft es oft Männer - doch auch Frauen können Opfer dieser Masche werden, mit Freundschaftsanfragen oder Nachrichten von gutaussehenden Männern. Das Phänomen heißt Sextortion und tritt in der letzten Zeit im Kreis Steinfurt immer öfter auf. Dabei muss nicht immer ein Video eine Rolle spielen. Oftmals wird auch einfach nur per Messengerdienst gechattet und dann werden Fotos ausgetauscht. Das Ende ist dasselbe. Die Männer - oder Frauen - werden gedrängt, Geld zu zahlen.

Wie Sie sich schützen können

Sextortion setzt sich aus den englischen Wörtern Sex und Erpressung (Extortion) zusammen. So können Sie sich davor schützen:

- Ignorieren Sie Freundschaftsanfragen von unbekannten Personen.
- Checken Sie regelmäßig ihre Einstellungen in den Accounts ihrer sozialen Medien.
- Stimmen Sie bei Unbekannten besser keinemVideochat zu.
- Nehmen Sie keine Entblößungen oder sexuelle Handlungen in einem Videochat vor, vor allem nicht bei Personen, die sie noch nicht lange kennen.
- Halten Sie ihre Betriebs- und Virenschutzprogramme immer auf dem Laufenden, um sich vor Schadsoftware (sogenannter Malware) zu schützen. Es gibt Programme, die Ihre Webcam problemlos aktivieren und Sie so jederzeit filmen können.

Falls Sie bereits Opfer von Sextortion geworden sind:

- Zahlen Sie kein Geld. Die Erpressung geht oftmals nach einer ersten Zahlung weiter.
- Brechen Sie den Kontakt zu der jeweiligen Person sofort ab und reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
- Sichern Sie mit Screenshots die Chat- und Messengerverläufe.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.


Anzeige