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Di, Okt

Sicher mit dem E-Bike unterwegs

Die Anwesenden erhielten wertvolle Tipps rund ums E-Bike. Foto: privat

Emsdetten

Emsdetten. Die Unfallstatis­tik des Kreises Steinfurt für das Jahr 2018 ist erschreckend. Von den 843 Unfällen waren 94 Schwerverletzte und 16 Tote zu beklagen. Vier Senioren starben bei Unfällen mit Elektrofahrrädern.

85 Prozent der Unfälle mit Radfahrern wurden durch Pedelec-Fahrer verursacht. Bei den Unfalltoten hatte keiner einen Fahrradhelm auf, Todesursache waren schwerste Kopfverletzungen.

Mit diesen beunruhigenden Zahlen wurden die elf Teilnehmer der Veranstaltung am Donnerstag im Rathaus konfrontiert. Der Seniorenbeirat hatte zwei Verkehrssicherheitsberater der Polizei gebeten, in einem theoretischen Teil über Sicherheit beim Fahrradfahren zu informieren. In einer interessanten Bilderzusammenstellung zeigten die Polizeioberkommissarin Susanne Hosch und der Polizeihauptkomminssar Michael Heimeshoff welche Dinge beim Radfahren, insbesondere mit Pedelecs wichtig sind.

Pedelecs, häufig auch E-Bikes­ genannt, sind Fahrräder, die den Radler durch einen Elektromotor unterstützen. Nur, wenn der Fahrer in die Pedale tritt, wird der Elektro-Antrieb aktiv. Die Energie hierfür liefert ein Akku. Bei den sogenannten „Pedelec 25“, das sind 95 Prozent aller Pedelecs, gibt es nur bis 25 Stundenkilometer eine Unterstützung durch den Motor, danach schaltet der Motor ab. Diese Pedelecs gelten als Fahrräder und dürfen auf dem Radweg gefahren werden.

Bei allen möglichen technischen Finessen, mit denen heute Elektroräder ausgestattet sein können, kommt es vor allem auf den Fahrer beziehungsweise die Fahrerin an.

Umsichtigkeit und richtiges Verhalten im Straßenverkehr sind genauso wichtig wie das Tragen eines Helms. Zwar gibt es bisher beim Fahren mit Fahrrädern oder Pedelecs noch keine Helmpflicht, doch zeigen die tödlichen Unfälle mit Rädern immer, dass ein Helm schwerwiegende körperliche Schäden vermeiden kann. Der Helm sollte fest und gerade auf dem Kopf sitzen, zwischen Helm und Nasenansatz sollten noch zwei Fingerbreit Platz sein (also nicht zu tief in die Stirn ziehen) und zwischen Kinngurt und Hals sollten ebenfalls zwei Finger passen.
Im Verlauf der Präsentation durch Frau Hosch gab es immer wieder Zwischenfragen und interessante Beiträge der Teilnehmer. Unter dem Titel „Sichtbarkeit verhindert schwere Verkehrsunfälle“ ging die Referentin besonders auf Sicherheitsmaßnahmen bei Dunkelheit ein, wie Speichenreflektoren, Warnweste, aber auch Rückspiegel. So ging die Stunde sehr schnell und kurzweilig rum.

Dann ging es für alle zum Hof Deitmar. Vor dem Hauptgebäude präsentierten die Firmen Beike und Tippkötter verschiedene Typen von Pedelecs. Vorgestellt wurden Räder mit Ketten- und Nabenschaltung, mit normalen Fahrradketten und mit Riemen, mit ABS, Felgen- und Scheibenbremsen. Die Teilnehmer nahmen die Gelegenheit ausgiebig wahr, mit den Vertretern der beiden Fahrrad-Händler zu diskutieren. Aber auch Testfahrten waren möglich und wurden gut genutzt.
Alle Teilnehmer waren sehr zufrieden mit dem Verlauf des Nachmittags, hatten sie doch sehr viel Neues gehört und sich auch über die Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Modelle an Pedelecs informieren können. Weiterhin wurde angeregt, im Frühjahr ein Fahrsicherheitstraining gemeinsam mit der Polizei, den Radhändlern und einem Fahrlehrer zu organisieren. Der Seniorenbeirat nimmt diese Anregung gerne auf und wird zeitnah auch in der „Spätlese“ darüber berichten.


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