Sturmtief Bernd: Mehr als 900 Feuerwehr-Einsätze im Regierungsbezirk Münster

Tief Bernd überflutet Straßen in Rheine. Foto: privat

Überregional

Münster. Obwohl das Sturmtief „Bernd“ mit Starkregen und Überflutungen vor allem das Bergische Land, Sauerland und die Region Köln/Aachen im Laufe des Mittwochs in Mitleidenschaft zog, zählten bis zum frühen Donnerstagmorgen (15. Juli) auch die Feuerwehren im Regierungsbezirk Münster 909 witterungsbedingte Einsätze.

Einsatzschwerpunkt mit rund 490 Einsatzstellen war die Stadt Rheine (Kreis Steinfurt), wo unter anderem die Aufzugsschächte des Krankenhauses vollliefen. Auf die übrigen Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk verteilten sich 419 witterungsbedingte Einsätze, wie aus dem Lagebericht des Krisenstabs der Bezirksregierung hervorgeht.

Nach Anforderungen aus den Nachbarbezirken hat die Bezirksregierung Münster bereits am gestrigen Mittwoch begonnen, die fünf zur Verfügung stehenden Feuerwehrbereitschaften sowie Wasserrettungszüge und Patiententransportzüge zu verlegen. Die Einsatzeinheiten der vorgeplanten überörtlichen Hilfe werden unter anderem im Raum Aachen, Kreis Mettmann und in der Stadt Wuppertal eingesetzt.

Kreis Steinfurt

Sturmtief Bernd: Hunderte Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt gefordert - 490 Einsätze im Kreisgebiet / 270 Personen im Krisengebiet

Kreis Steinfurt. Auch die Einsatzkräfte im Kreis Steinfurt sind durch das Sturmtief Bernd gefordert: Sie sind bei rund 490 Einsätzen im Kreisgebiet vor Ort und auch überörtlich im Einsatz:

153 Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaft sind mit 32 Fahrzeugen im Kreis Mettmann eingesetzt. Konkret wurden in Hilden und Langenfeld in den ersten 12 Stunden 162 Einsatzstellen abgearbeitet.
Das Hytrans Fire System des Landes NRW aus Emsdetten wird mit vier Fahrzeugen und zwölf Einsatzkräften in Lechenich im Rhein-Erft-Kreis genutzt.

Das Technische Hilfswerk Greven ist mit zehn Personen in Wuppertal vor Ort.
Der Betreuungsplatz 500 wird mit 56 Einsatzkräften aus drei Einsatzeinheiten in Swisttal benötigt.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft aus dem Kreis Steinfurt ist als Teil des Wasserrettungszug NRW in Ratingen mit 23 Kräften im Einsatz und der
Patiententransportzug 10 Steinfurt wird mit 20 Personen in Eschweiler zur Räumung eines Krankenhauses eingesetzt.

"Knapp 270 Menschen sind überörtlich im Einsatz – neben tausenden Kräften, die im Kreis Steinfurt tagtäglich für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einstehen. Ich bin sehr stolz auf unsere unermüdlichen Einsatzkräfte", sagt Landrat Dr. Martin Sommer: "Sie sind aus Überzeugung, Leistungsbereitschaft und Verantwortlichkeit im Einsatz und ein Eckpfeiler in solchen Ausnahmesituationen!" Auch den Familien und den Arbeitgebern und Kollegen dankt er dafür, dass sie den Einsatz möglich machen.

Rheine. Nach dem Starkregen am letzten Mittwoch hat sich der Krisenstab der Stadt Rheine am Donnerstagmorgen getroffen.

Johannes Hellermann, Leiter der Feuer- und Rettungswache, berichtete von zahlreichen Einsätzen insbesondere aufgrund vollgelaufener Keller.
Insgesamt waren bis kurz vor Mitternacht rund 150 Einsätze der Feuerwehr zu verzeichnen. Besonders betroffen war die linke Emsseite in
Innenstadtnähe. Personenschäden wurden nicht gemeldet.

Laut der Technischen Betriebe Rheine (TBR) sind in der Zeit von 15:00 bis 17:00 Uhr insgesamt 57 Liter Wasser je Quadratmeter als Niederschlag
gemessen worden. Bereits bei einer Niederschlagsmenge von 20 Liter je Quadratmeter ist die kritische Grenze erreicht. Zwar regnete es beim letzten
Starkregenereignis im Jahr 2016 mit 80 Litern je Quadratmesser noch stärker. Dennoch kann das Kanalsystem derartige Umfänge nicht bewältigen, so
dass es zu den bereits berichteten Überschwemmungen insbesondere bei den Bahnhofsunterführungen an der Bahnhofstraße und der Berbomstiege
kam.

Größere Schäden an städtischen Gebäuden wie Schulen und Kindergärten sind nicht entstanden. Lediglich die Stadtbibliothek musste wegen Wasser-
einbruchs kurzfristig geschlossen werden. Sie konnte aber bereits am nächsten Tag wieder öffnen.

Hinweisen möchte die Stadtverwaltung auf zwei Gefahrenpunkte zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger: Die Überlastung der Kanalsysteme hat auch
in Rheine dazu geführt, dass Kanal- und Gullydeckel hochgedrückt und weggeschwemmt wurden. Da dies durch den Regen und die überfluteten Straßen
oftmals nicht erkennbar ist, besteht an diesen Stellen Lebensgefahr, wenn jemand in den Schacht fallen sollte.

Hochwasser Rheine

Hochwasser in Rheine Foto: Schulte Renger



 


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