CORONA-Virus Varianten und Mutationen

Anteil der untersuchten positiven Proben, in denen besorgniserregende SARS-CoV-2-Virusvarianten und andere Varianten nachgewiesen wurden. Foto: RKI

Gesundheit

Dass Viren ständig mutieren, ist lange bekannt. Sars-CoV-2 ist keine Ausnahme und sogar eher langsam darin, überlebensfähige Varianten zu entwickeln.

Was ist eine Corona-Virus Mutation?

Eine Mutation ist ganz allgemein eine spontane Veränderung. In Bezug auf das SARS-CoV-2-Virus bedeutet Mutation eine Veränderung im Erbgut des Virus. In manchen Fällen aber kann der leicht mutierte Bauplan das Virus so verändern, dass es beispielsweise für den Menschen ansteckender wird. Der Begriff "Mutation" bezeichnet hier die Veränderung an sich.

Was ist eine Mutante?

Der Begriff "Mutante" bezeichnet das mutierte Virus selbst sowie alle seine Nachkommen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer "Variante" des Virus wie B.1.1.7.

Allein für das Coronavirus waren in 2020 mehr als 12.000 einzelne Mutationen bekannt. Die allermeisten von ihnen haben keine für uns spürbaren Auswirkungen. Inzwischen allerdings sind Corona-Mutanten bekannt, sie sich anders verhalten.

Indische Delta-Virusvariante

In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Infektionen mit der hochansteckenden Delta-Variante im Vergleich zur Vorwoche um rund ein Drittel gestiegen. Die Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) machte 54 268 Neuinfektionen aus. 44 Fälle beträfen die sogenannte Delta-Plus-Variante. Die Delta-Variante ist landesweit mittlerweile für 99 Prozent aller Corona-Fälle im Land verantwortlich.

Die Mutante ist ansteckender als das ursprüngliche Virus und auch bei den Impfungen fällt gerade nach dem ersten Piks der Schutz niedriger aus als bei den anderen Varianten. Aber: Die Impfungen bleiben wirksam.

Die sogenannte indische Coronavirus-Mutante (B.1.617, Delta) macht den Wissenschaftlern derzeit die größten Sorgen. Aber auch die schon länger bekannte Mutanten, die zuerst in Großbritannien (B.1.1.7 Alpha), Brasilien (P.1) und Südafrika (B.1.351) entdeckt wurden, werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft.

Besonders deshalb, weil sie deutlich höher ansteckend sind und sich eventuell durch die vorhandenen Impfstoffe nicht so wirksam bekämpfen lassen. So halten Experten die indische Variante für sehr viel ansteckender als die bereits als sehr ansteckend geltende britische Variante. 

Die Delta-Mutante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, dominiert nun in Großbritannien. Die Variante könnte ein höheres Risiko für eine Behandlung im Krankenhaus bergen als die britische Alpha-Mutante, warnt die Behörde. Ende Mai soll die indische Variante einen Anteil von 61 Prozent aller sequenzierten Proben in Großbritannien ausgemacht haben. Inzwischen liegt es schon bei 80%. Die Variante hat sich damit seit ihrem Auftreten in England deutlich schneller ausgebreitet als alle anderen Varianten davor.

Die britische Variante ist dem RKI-Bericht zufolge bislang am stärksten verbreitet - bundesweit liegt ihr Anteil bei 85 Prozent aller untersuchten positiven Proben.

Coronavirus benannt nach dem griechischen Alphabet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beschlossen, Varianten des Coronavirus nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Wie die WHO bekannt gab, sollen die Mutationen in der Reihenfolge ihrer Entdeckung umbenannt werden.

So heißt die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante B.1.351 wird zu Beta, die brasilianische Variante P.1 zu Gamma.

Bei der sogenannten indischen Variante B.1.617 wird unterschieden zwischen der besorgniserregenden Variante B.1.617.2, die zu Delta wird, und der Variante B.1.617.1, die derzeit als "von Interesse" eingestuft wird.

Vietnam - aggressive Corona-Variante

In Vietnam ist nach offiziellen Angaben der Regierung eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Der Gesundheitsminister Nguyen Thanh Long, sagte nach Berichten von staatlichen Medien, die neue Variante weise sowohl Eigenschaften der bisher bekannten britischen Alpha-Form als auch der indischen Delta-Form auf. Sie sei sehr leicht übertragbar, vor allem über die Luft.

Brasilianische, Französische, Britische-Variante und Mutation aus Südafrika, Indien und New York

Indien: die Corona-Infektionen nehmen zu durch die Mutation B.1.617. Die Variante ist in dem stark betroffenen Bundesstaat Maharaschtra bereits für mehr als die Hälfte der neuen Corona-Erkrankungen verantwortlich. Die erstmals Anfang des Jahres in Indien aufgetauchte Variante hat eine doppelte Mutation und gilt als weit ansteckender. Inzwischen ist sie auch in Europa festgestellt worden. 

Diese Variante trägt zwei Mutationen: E484Q und L452R. Beide wurden schon separat voneinander in anderen Corona-Varianten gefunden, in den britischen, südafrikanischen Varianten sowie den aus Kalifornien. Nun wurden die Mutationen zum erstmal zusammen in dieser Variante entdeckt.

Portland 5. März: Wissenschaftler finden die E484K Mutation in einer Probe aus Portland, Oregon

Kalifornien B.1.427 und B.1.429 Eine neue Variante des Coronavirus, die sich im Bundesstaat Kalifornien ausbreitet und vermutlich um 20 Prozent ansteckender ist, trägt die L452R-Mutation. War erstmals im Dezember 2020 von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles entdeckt worden.

Frankreichs Gesundheitsbehörden haben eine neue Variante des Coronavirus gemeldet, bei der ein Nachweis über die herkömmlichen PCR-Tests erschwert sein könnte. Es habe mehrere Patienten gegeben, die typische Symptome von Covid-19 aufgewiesen, aber ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hätten, teilte die Generaldirektionen des französischen Gesundheitsministeriums mit. Aufmerksam wurden die Behörden demnach bei einem Ausbruch in einem Krankenhaus in Lannion in der Bretagne.

New York: Die Variante mit der Bezeichnung B.1.526 war zuerst im November in New York aufgetreten, wo sie sich seitdem verbreitet. Laut zwei verschiedenen Forscherteams besitzt B.1.526 eine Mutation, die die Wirksamkeit des Impfstoffs verringern kann, ist aber B.1.1.7 sehr ähnlich.

Brasilien: P.1 501Y.V3 Ende 2020 in Brasilien aufgetaucht. Hat ähnliche Mutationen wie B.1.351 (Südafrika). Entdeckt wurde es in Japan - diese sei bei vier Reisenden aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden, teilt das japanische Gesundheitsministerium mit. 

Britische-Variante: Die erste Mutation wurde in Großbritannien entdeckt und wird VOC 2020/12/01 oder B.1.1.7 genannt. Die britische Regierung teilte zunächst mit, die Mutation sei bis zu 70 Prozent ansteckender als die bislang vorherrschende Variante, weil Patienten einfach mehr Viren produzieren, um sie leichter weitergeben zu können. Bis zu zwanzigmal mehr Viren können bei Personen nachgewiesen werden, die mit der Variante vom britischen Typ B.1.1.7 infiziert sind als des ursprünglichen Wuhan-Coronavirus. Die Analyse von mehr als 1.500 PCR-Tests bei Neumann Labs in Ungarn ergab dieses Ergebnis. Bereits 95% der in Ungarn entdeckten Infektionen können mit der britischen Mutante in Verbindung gebracht werden.

Südafrika: Eine zweite Mutation B.1.351 oder 501Y.V2 wurde bei genetischen Untersuchungen in Südafrika entdeckt. Das „European Center for Disease Prevention and Control“, ECDC, führt sie unter der Bezeichnung 501.V2. In Südafrika ist diese Virusvariante inzwischen für die meisten Ansteckungen verantwortlich. Auch hier gibt es laut ECDC bislang keine Hinweise darauf, dass sie einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht.

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt offenbar auch vor den neuen Varianten des Coronavirus. Das geht aus einer Laborstudie des Herstellers Pfizer und der University of Texas hervor.

2020: B.1 D614G Erschien Anfang 2020 und verbreitete sich auf der ganzen Welt.


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